Meron Mendel, wie redet man richtig über Israel? (Publizist)
Shownotes
Mit Meron Mendel sprechen Cili (zurück aus dem Podcast-Ruhestand!) und Louise über seine Kindheit im Kibbuz, den Nahostkonflikt und die Frage, wie Gesellschaften mit Angst, Gewalt und Spaltung umgehen. Der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank erzählt, warum in Israel irgendwann fast alle der Meinung sind, dass ein Staat ohne Militär nicht überleben kann, wie die Hoffnung auf Frieden nach dem Attentat auf Yitzhak Rabin zerbrach und weshalb radikale Siedlerbewegungen für ihn ein Rückschritt sind. Außerdem beschreibt er, wie er den 7. Oktober erlebt hat, warum Freundschaften und ganze Gruppen an der Nahostfrage zerbrechen – und weshalb der Kibbuz für ihn immer auch ein Stück „Mikro-Kommunismus“ geblieben ist.
Liedwunsch: Everybody knows - Leonard Cohen Moderation: Cili Decken, Louise Velsen-Zerweck
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00:00:01: Hallo
00:00:14: Leute!
00:00:15: Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge.
00:00:18: Heute dabei ist Mehron Mendel, die stelle ich gleich noch mal vor weil erstmal auch herzlich Willkommen zurück.
00:00:24: Silly du wirst nämlich heute in dieser Podcast Folge Albert vertreten Und ich freue mich total, dass auch wir mal die Chance haben ein Podcast zusammen zu machen.
00:00:33: Ich freu mich auch sehr!
00:00:34: Also Mehron du bist Pädagoge, Historiker und Publizist und Leitest als Direktor der Bildungsstätte Anne Frank.
00:00:42: Du bist auch Professor für transnationale soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences und lebst seit ungefähr zwanzig Jahren in Deutschland wenn das richtig ist oder?
00:00:55: Oder schon... ...fünfundzwanzig Jahre!
00:00:59: Und bist aber in einem Kibbutz aufgewachsen.
00:01:04: Kannst du uns einmal beschreiben, wie das Zusammenleben in so einem Kiboots aussieht und was dich dort geprägt hat?
00:01:10: dann aufwachsen?
00:01:12: Ja gerne!
00:01:12: Also erst mal schon bei euch zu sein.
00:01:14: Ich freue mich sehr, ich höre immer wieder den Podcast und nett dabei zu sein... Ja, Kibootz kann man sich so vorstellen ein Kommunismus im Mikro oder eine Kommune.
00:01:27: Ich bin auch das ganz wichtig zu betonen, in ganz anderen Zeiten aufgewachsen.
00:01:31: Also ich bin in den Sechsten und Siebzig geboren, also meine Aufwachsung war so eine Achtzige-Jahre.
00:01:36: Heute ist Kiputz ganz anders, es ist viel mehr kapitalistisch geworden, gibt's auch Besitz
00:01:42: usw.,
00:01:43: aber in den alten, alten Zeiten als ich da noch Jugendlicher war oder Kind hatten wir so gut wie gar kein Privatbesitz.
00:01:52: Es beginnt sogar mit den eigenen Klamotten, mit Unterhäusern, mitunterhemden Man, das alles gehörte dem Kibbutz oder dem Kollektiv.
00:02:01: Beginn eines Jahreszeites, also Winter- oder Sommer in Israel gibt es nur zwei.
00:02:06: Geht man zu dem kollektiven Lager und bekommt drei Hemden, zwei Hosen, fünf Unterhosen... Und am Ende dieses Jahreszeit gibt es zurück und bekommt was passend.
00:02:20: Auch dann so beim Aufwächs.
00:02:22: Wir sind nicht bei unseren Eltern.
00:02:24: Wir haben nicht mehr unsere Eltern geschlafen sondern mit Gleichaltrigen.
00:02:27: Also kann man sich vorstellen, dass die de facto Geschwistern... war nicht die biologische Geschwester, sondern die gleichaltrige Enke Boots.
00:02:36: Wir sind zusammen geschlafen und wir haben gegessen.
00:02:42: Wir haben natürlich auch Zeit mit unseren Eltern.
00:02:44: Das war aber sehr begrenzt.
00:02:46: Um sechszehn Uhr durfte man zu den Eltern gehen Und um neunzehnt Uhr ist man zurück zu einem kollektive Kinderhaus.
00:02:56: Ich weiß aus heutiger Perspektive, das klingt alles ziemlich schrecklich.
00:03:01: Aber damals wir haben es gar nicht als was Schlimmes empfunden.
00:03:04: also es war auch sehr viel Schönes.
00:03:06: Es waren sehr viele Kollektive sehr viel dass man gemeinsam gemacht hat.
00:03:09: Wir waren sehr viel in der Natur.
00:03:12: Also Mankibus war auch Mitte der Wüste.
00:03:15: Also waren auch sehr viele dann in der Wüsste versuchten unsere Hobbyschlangen zu fangen oder Skorpionen.
00:03:25: Ja, es war viel Freiheit und wir waren irgendwie zehn Monate im Jahr.
00:03:31: Wir sind einfach ohne Schuhe gelaufen.
00:03:33: Also solche Sachen... Es war auf jeden Fall viele schöne Sachen drin!
00:03:41: Und wenn diese Struktur das Aufwachsen so geprägt hat – und du meintest ja auch gerade, dass war eher eine sozialistische Struktur – war das dann auch so ne politische Ausrichtung innerhalb des Kibbutz?
00:03:53: Dass die Leute eher Links waren, oder wie kann man sich das dann vorstellen?
00:03:58: Wie passt es auch mit dem Religiösen dahinter zusammen?
00:04:02: Hat das eine große Rolle gespielt?
00:04:04: Das hat natürlich viel mit der Frage zu tun was überhaupt links ist.
00:04:07: Aber sagen wir so also was die religiöse Ausrichtung angeht... Also er sind alle im Kibus bis heute säkulare, also streng nicht religiös.
00:04:19: Was nicht bedeutet dass sie nicht jüdisch sind.
00:04:22: Die jüdische Feiertage haben eine oder haben und hatten sehr große Rolle.
00:04:29: Man hat das einfach kulturell gefeiert, es war immer eine Versammlung der ganze Kibbutz und alle saßen am Tisch und die Kinder haben getanzt und gesungen und es wurde geschaut spielt und alles war so irgendwie drum rund, dass ist war immer sehr zentral im kulturelles Leben des Kibuts.
00:04:48: also die jüdische Feiertage aber nicht aus religiöse Perspektive Es gab keine Synagoge zum Beispiel dann links sein aus sozusagen wirtschaftlicher Perspektive auf jeden Fall.
00:05:01: Also ich habe das schon vorher so angedeutet, es gab keine Gehälter.
00:05:06: Es ist egal ob jemand ganz ganz oben in der Hierarchie war zum Beispiel der Leiter des Fabrikes oder der Felder oder jemand als ganz da unteren waren am Ende des Tages.
00:05:17: Sie haben genau auf den Cent- oder Schäkel in Israel genau das Gleiche bekommen Und das letztendlich war es auch ganz, ganz wenig.
00:05:28: Weil es gab keine Ausgaben.
00:05:30: also alles was man brauchte hat man vom Kibbutz bekommen und dann irgendwie so ungerechnet konnte man eigentlich mit der umgerechnet fünf Euro in der Woche super aufkommen weil wofür muss denn das ausgeben?
00:05:46: Es gab aber auch nicht eine Möglichkeit irgendwie das auszugeben.
00:05:49: Also wirtschaftlicher auf jeden Fall links.
00:05:51: und dann kommen wir zu Zu einem speziellen Fall in Israel, nämlich der Israel-Palestiner Konflikt.
00:05:59: Was in Israel links bedeutet eher auf den friedlichen Lager zu sein.
00:06:04: Recht ist heute klar so eine Taniaulager.
00:06:09: und damals war es auch so dass tatsächlich die überwiegende Mehrheit den Menschen Kibbutz den Friedensbewegungen angeschlossen haben Was aber nicht unbedingt bedeutet, dass sie tatsächlich aktiv waren.
00:06:25: Also das war fast bei alle sehr passiv.
00:06:29: Man war in der Wüste und irgendwie gut vor der Wahl ist man dann mal in die Stadt gefahren um vor die linke Parteien zu werben.
00:06:38: Aber danach noch mal vier Jahre wollen wir nichts gemacht haben.
00:06:43: also würde ich sagen eine passive Linkerhaltung.
00:06:49: Weißt du, wodurch du politisiert wurdest?
00:06:52: Was dich... wie du als Jugendlicher gedacht hast und wie du jetzt vielleicht ja zu dem... Zu deinem Gedankengut jetzt gekommen oder nicht gelangt?
00:07:01: gut sondern wie du... Jetzt steht.
00:07:03: Ja genau, genug.
00:07:03: Das ist oft also schlecht negativ kommentiert aber Gedankengutes sind sich erstmal nicht negativ.
00:07:11: Also es gibt sozusagen unbewusste Prägungen.
00:07:14: Wie beispielsweise diese sozialistische... ... dass man eigentlich von Anfang an so aufgewachsen ist, wo ... ... Besitz oder Gegenstände keinen große Stellenwert haben.
00:07:27: Ich denke ich behaupte, ich habe das bis heute.
00:07:31: Meine Frau würde es vermutlich bestätigen und sie lacht mich immer aus in dieser Hinsicht.
00:07:36: Und das ist überhaupt kein Problem.
00:07:38: so Sachen wenn wir so ausmisten... ...ich bin der jenige der kann alles ganz in den Müll... Alles raus!
00:07:45: Ich hab überhaupt keine Sentimentelle Verhältnis zu Gegenstände, zum Menschen schon aber nicht zu Gegenstand und das wird ich denke immer bleiben.
00:07:55: Also das ist diese unbewusste Prägung.
00:07:57: Und dann gibt es die so was du angedeutet hast so Politisierung dass bewusst sich vor etwas aktivzumachen und das ist tatsächlich nicht im Kibbutz passiert.
00:08:07: Ich bin mit einem siebte Klasse dann zum ersten mal auch sehr dieser Kibutsuniversum weiterführende Schule in Israel, wo auch wie sie nannten Stadtkinder waren.
00:08:27: Für uns eine was ganz exotisches und da habe ich sehr schnell Freunde gefunden die aus Linkenhäuser kamen aber eine ganz andere Haltung haben.
00:08:42: also die waren viel aktivistischer.
00:08:46: Da haben wir unglaublich viel gelesen, zu Geschichten der Stadt Israel.
00:08:53: Zu den Vertragungen der Palästin-Nenser also der Nagbar auch viele Biografien gelesen und das hat mich spürt heute sehr stark geprägt.
00:09:06: aber das war auch sehr interessanterweise sehr intellektuell und theoretisch.
00:09:13: Und dann muss es in der äfter Klasse sein, dass wir zum ersten Mal eine organisierte Begegnung mit palästinensischer Jugendliche hatten.
00:09:24: Eine Woche im Friedensdorf, da sind wir aus unserer Schule gekommen – nicht alle aber so einer Gruppe gerade die einige, die sehr engagiert und aktivistisch waren von der palästenensischen Schule Und das war so eine sehr prägende Erfahrung für mich.
00:09:47: Nicht unbedingt den Positiven Sinne, weil wir kamen somit mit einer Selbsthaltung... Wir sind der Linke, wir sind der Aufgeschlossene und die Friedensbewegungen.
00:09:57: Eigentlich haben wir überhaupt gar nichts, kein Dezense mit euch!
00:10:05: Ich kann es doch erinnern von der Palästinenser, dass es große Unmut war Ja, Verärgerung.
00:10:13: Also warum denkt ihr das ihr so gut seid?
00:10:18: Warum sollen wir mit euch beispielsweise Hebräisch reden?
00:10:21: Also warum spricht hier kein Arabisch?
00:10:23: Das war mein erster Mal meines Lebens dass ich mich mit dieser Frage auseinander gesetzt habe.
00:10:28: Er stimmt also dass irgendwie alleine in der Sprache habe ich hier eine gewisse Privileg die mir total selbstverständlich ist.
00:10:39: Das Gute war, dass diese anfängliche Irritation und sehr konfrontative Begegnung dazu geführt hat, dass wir das nicht so abgewiesen haben.
00:10:49: Sondern es gab noch viele andere danach wie wir sind sehr viel dann auf Demonstrationen gegangen auch mit Palästinenser schon damals.
00:10:58: Es gab noch keine Zaun aber auf die Grenze zwischen den palästinenischen Gebieten und Israel Da hat man wirklich die erste Bekanntschaft, ich würde sagen so Freundschaften auch mit Palästinenser geschlossen und das hat mich sehr geprägt bis heute.
00:11:20: Und in Israel müssen ja alle zum Militärdienst gehen.
00:11:24: also du ja auch?
00:11:26: In deinem Buch beschreibste auch dass immer von einer sogenannten humanitären Besatzung gesprochen wurde.
00:11:34: was kann man sich darunter vorstellen?
00:11:37: Wie hast du das erlebt?
00:11:39: Vielleicht noch vorher?
00:11:41: zu einem Thema Militär.
00:11:42: Also, das war wie jeder israelisches Kind der nicht ultra-orthodox ist und die ultra orthodox sind befreit.
00:11:48: War mir sehr früh klar dass wenn ich achtzehn bin dann gehe ich zur Armee.
00:11:54: Das hat mich natürlich sehr beschäftigt.
00:11:57: aber also konnte man denken so links Friedensbewegung usw.. Dass ich dann irgendwie auf Kriegsverweigerungen überlegt habe oder sowas überhaupt nicht.
00:12:07: aus zwei Gründen.
00:12:08: Also einmal, dass es doch auch bei israelischer Linke ist dieses Gefühl irgendwie oder diese Ahnung das man musste in der Stadt – auch wenn man mit der Politik nicht einverstanden ist.
00:12:26: ohne Armee wird dieser Staat nicht überleben und das ist irgendwie so.
00:12:31: ein Konsens hat auch seine Grunde.
00:12:34: Und zweitens, und das war die Besonderheit meiner Jugendzeit.
00:12:39: Ich bin in den fröhlichen neunzeigen Jahren politisiert, das war eine sehr hoffnungsvolle Zeit.
00:12:48: Also, das ist im Jahr threehundneinzig nach vielen Jahren von Recht und rechtskonservative Regierung eine linke Ministerpräsident gewählt die Tragrabin mit dem klare Versprechen ich bringe den Frieden.
00:13:03: Und es blieb nicht nur so als wäre es zu versprechen weil zwei Jahre später Ein so einer Befreiungsschlag, der diese Erzfeind damals wirklich den alle schlimmsten Feinden war.
00:13:17: So was Jasser Arafat, der palästinianische Anführer, der damals in Tunisien war, die Anführung von Terrororganisationen und wurde immer mit Hitler verglichen.
00:13:28: und plötzlich holte der Rabinen dieser Erz feinde aus Tunisie bringt ihn nach nach Ramallah, also in Westbank und macht mit ihm einen Friedensvertrag.
00:13:41: Das sind diese Osloer-Frieden-Vertrages.
00:13:45: Und das war in der Zeit von dreiundneunzig.
00:13:47: Einundneinzig wurde Israel Kraming gewählt.
00:13:50: Dreiundneutzig war das Osloers Friedesabkommen.
00:13:55: Und wir hatten... Also wir, meine Freunde und ich und viele, viele unsere Generationen haben sich das Gefühl Die Welt geht in eine klare Richtung, und zwar positive.
00:14:06: Das ist ein bisschen anders als das Lebensgefühl oder der Zeitgeist heute.
00:14:11: Also diese klare Sicherung... Es gibt einen unvermeindlichen Weg wo die Geschichte geht und sie geht in den Positiven.
00:14:21: nicht nur in Israel und Palästin, also weltweit war es damals, aber die Zeit kurz davor ist Sowjetunion auseinander gegangen, der einzelne Vorhang ist gerissen.
00:14:32: Der Philosoph Francis Fukuyama hat davon gesprochen, das ist Ende der Geschichte.
00:14:36: Das wird sobald alle werden liberale Demokratie sein von Europa, Amerika bis Afrika und Asien.
00:14:44: Und in diese Bewusstsein sind wir aufgewachsen.
00:14:47: Wir haben es vor unserer Augen gesehen wie das passiert.
00:14:50: Es gab natürlich die Reaktionäre, die Rechte, die Extremisten.
00:14:56: Es war schon damals die Hamas, sonst gab's schon damals Die Silla.
00:15:01: Es waren ganz andere Machtverhältnisse, weil wir haben von Obe nach unten auf diese dumme Siddler geschaut und dachten... ...diesen Adatalla.
00:15:12: Diese Leute aus dem Mittelalter.
00:15:15: Sie haben nicht kapiert wo die Welt geht.
00:15:18: das Globalisierung und Frieden und Demokratie und Liberalismus.
00:15:24: Das ist natürlich die unvermeindliche Zukunft.
00:15:28: Und in dieser Bewusstsein Die letzte Jahre, bevor ich zu Hause gegangen ist.
00:15:33: Das war mein Bewusstseinzustand.
00:15:35: Ich dachte ja wahrscheinlich so schnell wird es nicht passiert.
00:15:39: Ich werde am fünftenten November, fünf und neunzig, weil irgendwie mal klar das ist mein Einberufungstermin.
00:15:47: Und vielleicht bis dahin sind noch nicht endgultisch mit der Frieden.
00:15:51: aber gut!
00:15:52: Ich konnte mir auch sagen, ja aber ich bin doch die letzte Generation der in die Armee geht.
00:15:58: In so eine kriegische Zustände und jemand muss diese Arbeit machen.
00:16:04: Die Nächste, die kommen vielleicht zwei oder drei Jahre später, werden in so Armeegen... Ich hatte nicht die Illusion, dass die Armee ganz verschwinden wird Aber sie werden in Soar-Armeegen wie in der Schweiz.
00:16:18: Und warum sage ich, auf dem fünften November?
00:16:20: Der vierte November, ist etwas passiert, der die Geschichte Israel, die Geschichte des Nahe Osten grundlegend verändert hat.
00:16:32: Es war eine riesig große Friedensdemonstrationen mit dem Hotel Aviv.
00:16:38: Ich war auch dabei natürlich, ich hatte selten eine Demonstration verpasst und als wir auf den Weg nach Hause waren im Bus kam die Nachricht Es gab Schissereien von dem Ministerpräsident Rabin.
00:16:59: Man weiß noch nicht, wie ist das passiert?
00:17:03: Er ist getroffen und als wir nach Hause kamen, kam die Nachricht.
00:17:07: Er wurde erschossen, er ist tot!
00:17:10: Und das war nicht nur für mich sondern auch für die ganze Generation so ein Moment wo die Welt auf den Kopf gestellt wurde Als es da alles zusammengebrochen ist, dann kann man sich fragen okay eine Person.
00:17:25: Aber das war eine Person die unglaublich viel symbolisiert hat und wenn ich zwar gerade von uns muss man sagen so eine jüdische Recht extremist ermordet wurde Dann wer wird jetzt die Arbeit machen?
00:17:43: Wer kann das machen?
00:17:44: Und das leider.
00:17:45: die Geschichte hat gezeigt dass Der Friedenslager hat sich bis heute nicht erholt aus dieser Trauma.
00:17:53: Und jetzt komme ich zurück zu deiner eigentliche Frage, dann zehn Tage später muss ich Uniform anziehen und werde ich dann einberufen in die Armee.
00:18:10: Damals gab es zwei Aufgaben vor den israelischen Soldaten Grundsätzlich anders als heute.
00:18:18: Der Einmal ist die Sud-Libernon, also was wir heute hören von den Konflikten mit der Hezbollah und in Sud-Ribernon.
00:18:31: das war damals auch so, wobei sozusagen eine permanente Besatzung der südliche Teil von Lebanon wegen der Hezebollah.
00:18:40: Und eine zweite Aufgabe war die Besatzungen im Westjordanland In Gaza zu dieser Zeit nicht mehr, weil das nach der Auslauern abkommen wurde.
00:18:57: Und wir ... Ich war noch nie ... Das würde jemand vielleicht einer oder andere auch wundern.
00:19:06: Ich war in West-Jordanland davor.
00:19:10: Obwohl West-jordanland irgendwie ... Vielleicht so ... Sechzig, siebzig Kilometer entfernt ist, von wo ich aufgewachsen bin.
00:19:20: Aber niemals war ich nie in meinem Leben in einer jüdischen Siedlung und dann natürlich war ich mit Leib und Selle gegen die Besatzung für die zwei Staatenlösungen
00:19:37: usw.,
00:19:38: aber man stellt sich nicht vor was das bedeutet Besatzungs im Alltag bis man nicht mal in dieser Situation ist.
00:19:48: Und dann bin ich als jünger Soldat, direkt nach der Ausbildung wurden wir nach Hebron geschickt.
00:20:01: Ich würde schon sagen es ist das schlimmste Ort in Westjordanland, nicht weil die Stadt Hebronn schlimm ist sondern die Besatzungssituation besonders schlimm ist.
00:20:14: da ist Ein Staat mit, ich denke, zweihundertsiebzig Tausenden palästinensischen Einwohner.
00:20:21: Und direkt in der Miete dieses Staates verteilt.
00:20:25: über mehrere Häuser wurden extremistische jüdische Siedler und das ist also ungefähr... Ich denke damals war es vielleicht dreihundert heute, vielleicht fünfhundert sechshundert.
00:20:41: Und wie wurde denn dahingeschickt?
00:20:43: Mit der Anweisung, ja man muss dann die Sicherheit dieser Menschen dann schützen, also dass sie nicht von Terroristen ermordet werden.
00:20:54: So als achtzehnjähriger habe ich das auch so mir vorgestellt und dann komme ich dann vor Ort.
00:21:04: und die alltägliche Situation, die ich immer begegne war nicht, dass jemand die Siedler angegriffen hat sondern, dass die Sieder und deren Kinder die präsentische Nachbar angreifen.
00:21:19: Ein beliebter Sport, ein Fusszeichen der Junge Siddler war, auf der Dächer von den Häuser zu stehen und warten, dass ein Palästinenser da unten dann auf die Straße läuft.
00:21:34: Und auf sein Kopf einen Urinbeutel zu unterzuschmeißen.
00:21:39: Dann haben sie sich dort gelacht und so.
00:21:42: Natürlich das Erste was ich mache ist halt diese Jugendliche fest.
00:21:48: Ich denke ich bringe sie jetzt zu den Eltern, damit sie sich dann ein richtig bescheuern.
00:21:56: Und passiert was auch... Das ist ja sehr naiv, aber ich war damals schon ein Stück naiv.
00:22:04: Bring' dich zu den Eltern und ich erwarte die Eltern werden jetzt mindestens mir gegenüber beschimpfen.
00:22:10: Und dann sehen die Eltern vor meinen Augen zu deinem Kind sehr super gemacht.
00:22:15: Mach weiter!
00:22:17: Und ich habe gesagt, was für eine Welt ist das?
00:22:18: ... bin ich so gelandet.
00:22:22: Und vielleicht als Letzte sollten wir es dann irgendwie, um das ... ... ein mit der heutigen Situation zu verbinden?
00:22:30: Es gab damals in dieser Siedlung eine ganz schlimme ... ... junger Mann genau in meinem Alter, ... ... neunzehntundessächs und siebzig geboren.
00:22:42: Er sollte eigentlich genau wie ich mit achtzehn da in die Armäre eingepopfen aber die Armärre hat ihn ausgemustert weil er schon berühmt als recht extremist war.
00:22:53: Und er ist jeden Tag mit seinen Freunden, also seine Gruppe drei vier fünf Freunde ungefähr gleiche Alte oder ein bisschen junger durch die heißt Kasper, also den Markt von Hebron gegangen einfach so Leute geschlagen provoziert Gemüseschänder dann demoliert immer Probleme gemacht und Ich habe es mindestens zweimal festgenommen und dann in den Nachbarstaat kreierte Arbeit zu der Polizei gebracht.
00:23:29: Auch im Klammern nur damit, später wurde mir klar zwei-drei Stunden später von Hintertür wieder freigelassen wird.
00:23:38: Und dieser Mann heißt Itamar Benkvir.
00:23:43: Diejenigen die heutige israelische Politik verfolgen wissen das ist der heutzutage ein wundereinflusreichsten... Die israelische Politiker ist der Minister von Nationale Sicherheit, darunter so die ganze israelischen Polizei und seine Obhut.
00:24:03: Und für mich ist dann ein Sinnbild was in Israel in dieser Zeit, in diese dreizehn Jahre passiert von jemandem.
00:24:11: Weil diese Itamarbeinwehr hat sich ideologisch nicht verändert vielleicht ein bisschen... seine Formulierungen ein bisschen verfeinert, aber politisch ist es genauso geblieben wo es ist.
00:24:21: Dass er von jemandem nicht mal in die Armee gehen darf zu der oberste Kommando der israelische Polizei geworden das zeigt dass wie die israelischen Politik, die isrelische Gesellschaft in diesen dreizig Jahren nach rechts gerugt ist.
00:24:46: Dreiundzwanzig hat sich die Welt verändert.
00:24:48: Die Hamas haben Israel angegriffen.
00:24:51: Weißt du noch, wie Du den Tag erlebt hast und was Deine ersten Gedanken waren?
00:24:57: Also ich war mit unserem jetzt inzwischen ältere Sohn auf Spielplatz.
00:25:05: Das war ein Samstag und dann ruft mich meine Frau so aber nur.
00:25:10: Und sagst, hast Du schon geguckt?
00:25:12: Damals gab es noch Twitter denke ich oder aber in sozialen Medien.
00:25:16: Es gingen ganz schlimme Videos Und die erste Gedanke war ja auch noch eine Runde zwischen Gaza und Israel.
00:25:24: Man kannte das schon, aber dann habe ich trotzdem so ein bisschen geguckt und es war mir sofort klarer, dass man diese Fotos von richtig die Leichen und die jungen Menschen aus der Supernova-Festival um ihr Leben rennen usw.
00:25:44: Nein, das ist was ganz anderes!
00:25:47: bin sofort zurück nach Hause.
00:25:50: und das erste was, was ich gemacht habe.
00:25:54: Das war einfach so ein Papierblock zu nehmen und alle den Namen von allen Freunden die ich weiß direkt an der Grenze zugasern wohnen und zwar eine lange Liste aus dem Grund weil wirklich mein Kibbutz ist in dreizig Kilometer vom Gasestreifen von der Grenzen zum Gasestriefen die da bis siebte Oktober erlebten.
00:26:24: Ich war im Basketball-Mannschaft mit den Leuten aus der Region und viele Kontakten sind so über den Jahren ein bisschen auseinander gegangen, aber das waren meine Kindheitsfreunde, die da ermordet wurden oder überfallen wurden.
00:26:40: Und da versuche ich die Leute zu erreichen.
00:26:45: Einige habe ich erreicht Einige nicht.
00:26:49: Und irgendwann ist es bei uns auch eine Tradition, dass wir dann Samstagabend zu meiner Schwiegereltern gehen.
00:26:57: Dann sind wir doch gegangen und das konnte man nicht besser tun.
00:27:04: Aber trotzdem waren alle sehr gefasst in einen Schockzustand und zwar schon einige auch unefreuliche Nachrichten gekommen.
00:27:17: Und ich kann es nicht vergessen, wir sind da bei meinen Schwiegereltern.
00:27:22: Da läuft immer egal zu welcher Uhrzeit kommt, das läuft immer die pakistanische Fernsehmein, meine Schwieerelter haben sie noch aus Pakistan gekommen und geflüchtet.
00:27:33: Das ist immer so, dass die Fernsehe läuft einfach nebenbei, egal was man macht, immer auf so Mut.
00:27:38: aber ich sehe so etwas ganz außergewohnlich.
00:27:40: der Kommentator also einfach durch den Gästos seine Gäste voll ich außer sich und kestekuliert, die Hände hoch und drunter.
00:27:49: Und dann sage ich meine Frau kannst du das laut machen?
00:27:57: Was sagt er?
00:27:59: Und sie sagt ja, er gratuliert die Geschwister in Palästina, die endlich die Zionisten besiegt haben und es bald kein Isren mehr gibt.
00:28:11: und also voll ich... Also für mich war so ein Moment, wo es so voll diese Climax war zwischen deiner eigenen Gefühlslage.
00:28:23: Diese Trauer und diese Sorge... Es gibt viele die vor dir.
00:28:30: das ist ein Tag der Freude und der Glück Und tatsächlich also den Nachtkont.
00:28:38: zwischen Samstag und Sonntag war ich die ganze Nacht wach.
00:28:43: Zum zwei Uhr rief mich mein beste Freund an.
00:28:47: Seine Schwester wurde mit ihrem Mann zu Hause ermordet, ich kannte die Schwester sehr gut und auch ihr Mann.
00:28:58: Und so kamen in den Tagen danach noch weitere solche Job-Sportschaften.
00:29:05: Auch die Enkeling des besten Freundes meines Vaters und seinen Familiefreund wurde dann nach Gaza verschleppt.
00:29:15: Das war auch eine Zeit, sie waren ja gut ein Jahr in Gefangenschaft der Hamas und der Tagessiebe freit wurde.
00:29:25: das war für uns wirklich ein ganz großartiger Tag.
00:29:32: Ja, dass man so die Gefühle dieses Tages
00:29:39: hat sich Deine Art zu leben in Deutschland seitdem verändert?
00:29:46: Meine Art zu lehmen, vielleicht nicht so grundsätzlich nein das würde ich nicht sagen.
00:29:52: Aber was wir seit dem... Also ich sage wie auch mit meiner Frau und oft auch mit den Kindern Das hat dazu geführt dass es war vielleicht meine Art zu verarbeiten dass wir durch das ganze Bundesrepublik gefahren oder immer noch fahren und mit uns sehr, sehr viele Menschen treffen.
00:30:17: Und auch über diesen Themen aber auch an anderen Themen reden gerade wo es unbequem ist, wo man Gegenwind bekommt.
00:30:28: Egal aus welcher Richtung wir sind sozusagen in der glücklichen Lage, da man Gegenwinde auf unterschiedliche Richtungen bekommt.
00:30:39: Ja, wir sagen so manchmal halb ernst, halbs sarkastisch.
00:30:43: Das ist unser neuer Hobby da hinzugehen und mit Leuten darüber zu sprechen, zu diskutieren und stückweise dann diese unsichtbare Grenzen versuchen zu überwinden, mit wem rede ich?
00:30:59: Mit wem redde ich nicht!
00:31:00: Und sie sagen, wir reden mit allen die bereit sind mit uns zu reden.
00:31:07: Du hast im März den Buch geschrieben über Israel reden, was wir hier auf dem Tisch liegen haben.
00:31:13: Dann im Oktober wurde es relevanter denn je... Wie redet man denn richtig über Israel wenn du mit deiner Frau durch Deutschland ziehst?
00:31:22: Also die Tese, die mein Buch sehr stark macht ist dass die Diskussion über Palästina oder Israel in Deutschland sehr stark selbstbezogen ist.
00:31:35: Also kann man sagen so ein Selbstgespräch, es basiert wenig über oder hat eine keine direkte Verhältnis zu der was tatsächlich da passiert und bedient viel mehr sozusagen Identitätskonstruktionen oder Kollektiv-Identitäts Konstruktion hier.
00:31:54: also ich ist eher die Frage wer bin ich?
00:32:00: Oder wer sind wir?
00:32:02: Ist die Frage und weniger die Situation Was ist richtig für die Menschen vor Ort?
00:32:08: Und ich muss sagen, ohne jetzt auf dem selben Stand der Schulter zu klopfen, dass diese Tese hat sich nach dem siebten Oktober sehr stark bestätigt.
00:32:17: Also wir sehen das... Eigentlich die Leute waren schon am siebthen Oktober.
00:32:23: haben Sie schon eine Lage gefunden?
00:32:27: auch wiederum Das hat weniger mit der Ereignisse vor Ort zu tun sondern mit eigener Welt.
00:32:32: Ich bin jemand, der aus der Holocaust das und das gelernt habe oder Vollkolonialismus das und dass gelernt habe.
00:32:40: Und dann haben viele Leute durch diese Brille überhaupt immer die Nachrichten aus der Region konsumiert oder überhaupt zugelassen.
00:32:53: was sie wahrgenommen haben, was ihnen nicht gepasst hat wurde als Fake News sofort etikettiert.
00:33:02: also die ganze Gewichtung.
00:33:04: Wir sehen, dass ich für dann eigentlich jeden Tag von unterschiedlicher Richtung.
00:33:10: man kann den öffentlich-rechtlichen oder die Leitmedien nicht glauben.
00:33:16: Das sagen beide Lager wenn man so will nur interessanterweise sagen genau das Gegenteil.
00:33:25: also wenn man pro palästinensische Leute fragt sie sagen kann man nicht glauben weil es alles notwendig ist israelische Staatsreson, nur israelischer Staatspropaganda.
00:33:33: Wenn man in pro-israeler Lager fragt dann hört man es genau das Gegenteil.
00:33:39: Das ist alles nur an Symmetismus oder Israel bezogenen an Symetismus.
00:33:44: Es sind Gründe genommen.
00:33:45: wir haben wie viele Leute haben so im Kopf schon die Antwort.
00:33:52: Es gibt eine Seite der absolut böse ist und anderer Seite ist ein unschuldiger Lahm diskutieren, was ist diese eine Seite und die andere Seite?
00:34:02: Aber Pauschalpalästinense oder Israelis.
00:34:05: Und dann wird jede Information nach diesem Filter bearbeitet.
00:34:12: Du hast gefragt also was ist das Richtige?
00:34:17: Die schlechte Nachricht ist dass man muss Zeit investieren und sich noch die Mühe machen Über diese plakative Aussage, die Israelis oder die Palästinenser dann mehr Informationen bekommen.
00:34:34: Also welche Israelis?
00:34:36: Welche Palestinians?
00:34:39: Ich bin immer... ich sage jetzt fasziniert aber es ist eigentlich keine Faszination das erstmal eine Enttäuschung zu sehen.
00:34:47: wenn ich beispielsweise in viele jüdische Communities unterwegs bin und sehe dann so eine Ja, würde ich sagen fast Begeisterung zu der Regierung Netanyahu.
00:35:02: Zu der Person und seinem Minister.
00:35:05: Und wenn ich sage ja wirst du dir also deren Positionen... Also wären sie in Deutschland.
00:35:11: die werden ganz gut in den völkischen Flügel von der AfD?
00:35:15: Also würdet ihr auch für die AfD hier so das als Gut finden.
00:35:20: dann wird es ein bisschen... Man muss mal ein bisschen vorsichtig sein Auch in muslimischen Kontexten, wo sie auch sehr oft sind.
00:35:30: Aber auch beispielsweise pro Palästina in Campments und Universitäten wenn wir uns immer wieder auf Leute die sich als Links verstellen, die ohne Wenn und Aber im besten Fall ein Verständnis, ich sage nicht Begeisterung von der Hamas haben.
00:35:53: Und wenn ich versuche, dann mit denen über die Ideologie der Hermas zu sprechen.
00:35:57: Die alles anders als linksprogressiv ist Sondern vielmehr islamistisch Frauen hassen Der homofeinlich und so weiter und sofort ist unansemitisch natürlich Dann Schalten sie auch ab.
00:36:14: Also eigentlich man interessiert sich nicht was in die realen Ideologien oder die reale Menschen dort sind, sondern man bildet sich ein was mir passt dass sie sind.
00:36:27: Und wenn man sich dann auseinander gesetzt hat und weiß das in beider Gesellschaften gibt's die radikale Kräften und es gibt beide Gesellschaften auch die friedliche Kräfte.
00:36:38: und eigentlich ist ziemlich einfach zu sagen, dass proisraelisch und proper dessen nennt sich zu sein ist eigentlich das gleiche.
00:36:47: weil Ich gebe so ein ziemlich banale Beispiel, wenn wir dann in der Schulhof sind zwei Kinder die aufeinander losgehen und wir sehen dass die Freundin der einen und sein Gegner wird von seinen Freunden angefeuert.
00:37:07: Und jenige die diese zwei Kinder dann anfeuern sie machen das aus eigener Schaulust Weil das Interesse der beiden Kinder ist, dass jemand dazwischenkommt und sie helfen diese Konflikt beizulegen.
00:37:25: Und nicht weiteren, dass die sich gegenseitig dann Verletzungen zuzufüllen.
00:37:31: So ist auch die Situation, die wir jetzt erleben.
00:37:35: Die Fans von beide Gruppen feuern die Extremistiken auf beide Seite an.
00:37:42: Man sagt es macht weiter!
00:37:44: Aber das ist nicht im Interesse dieser Konfliktenpartei.
00:37:46: Also wünschen wirklich an der Palästinenser und die Israelis, dass sie vor den nächsten paar hunderte Jahre weiterhin gegeneinander kämpfen.
00:37:56: Dass sie sich weiterhin gegenseitig ermordern?
00:38:01: oder wünschen wir und unterstützen wir diejenige auf beide Seite, die einen anderen Weg suchen?
00:38:08: Das muss eigentlich der Zielrichtung des Kompass sein!
00:38:16: Nach dem siebten Oktober habe ich auch in meiner Freundesgruppe, aber auch in so vielen anderen Freundeskuppen beobachtet das eigentlich die Freunde mit denen man in die gleiche Schule gegangen ist.
00:38:27: Die gleichen Lehrer hatten irgendwie in einem ähnlichen familiären Umfeld aufgewachsen ist also eine ziemlich gleiche Prägung genossen hat diese Worte so nie wieder, so sehr anders interpretiert haben.
00:38:43: Also die einen haben gesagt der Schutz Israel ist deutsche Staatsräson und also stellen wir uns total hinter Israel.
00:38:50: Und die anderen haben gesagt nie wieder bedeutet auch dass das halt nie wieder und eben auch nicht in Gaza nochmal passiert.
00:38:58: Was glaubst du warum?
00:39:01: Warum Menschen oder ja junge Leute mit eigentlich einer ähnlichen Prägung so unterschiedliche Positionen dann beziehen können?
00:39:11: Also würde ich dir sehr aufstellen, dass nicht nur junge Leute... Wir haben das wirklich durchaus vorbei.
00:39:16: Wir sehen schon eine bestimmte Korrelation zwischen jungen Menschen und das übrigens nicht nur in Deutschland.
00:39:23: Er tendieren auf die pro-Palestiner Seite zu sein und etwas ältere Generationen, die eher mehr auf die Pro-Israelseite.
00:39:33: Diese Konflikte ist auch zum Teil im westlichen Länder auch Generationskonflikt.
00:39:42: Damit will ich auch sagen, dass das ein Konflikt, der viel mehr mit unserer Gesellschaft zu tun hat und viel weniger mit den Zuständen dort zu tun.
00:39:53: Also genau wie du das angeführt hast.
00:39:56: also was wir gelernt haben es geht um uns.
00:40:03: Es gab mal eine ziemlich witzige Situation noch vor dem siebte Oktober twenty-three im Kanzleramt wurde Palestinian Präsident Mahmoud Abbas war zu Gast, weil damals Kanzler Scholz.
00:40:20: Und dann wurde Abbas gefragt was sagt er zum Holocaust?
00:40:26: Auch ein bisschen schräge Frage und seine Reaktion war auch nicht besonders stau.
00:40:31: Dann sagt ja, was ist Holocaust?
00:40:33: Die Juden hatten nur eine Holocaust die Palestinians haben schon fünfzig Holocausts.
00:40:41: Es gab Kritik, dass der Scholz das nicht so angemessen darauf reagiert hat und so weiter.
00:40:46: Aber was interessant war es gibt in Deutschland so eine Funktion, da heißt Bundesensemitismus beauftragt er.
00:40:54: die Person, die das macht, heißt Dr.
00:40:56: Felix Klein Und er natürlich qua Amt musste sich dann auf diese Äußerung reagieren.
00:41:06: Und ich habe mir gedacht, was würde ich sagen?
00:41:07: Da wird bestimmt das widersprechen.
00:41:09: Warum ist es falsch oder nicht vergleichbar?
00:41:13: Er hat eine ganz andere Argumentation genommen.
00:41:16: Er hat gesagt... Was der präsentische Präsident gesagt hat, ist uns Deutschen gegenüber unsensibel!
00:41:30: Gerade wir... Das ist so schwer für uns so etwas zu hören nachdem wir so wunderbar die Geschichte des Holocaust aufgearbeitet haben.
00:41:41: Und das ist bezeichnet, dass diese Debatte also was wir gelernt haben welche Personen sind wir jetzt?
00:41:50: Jetzt sind wir doch der Guten!
00:41:51: Also dieses Gefühl ich bin jetzt der Gute in der Geschichte und egal aus welcher Richtung ist es einerseits verständlich aber andererseits auch extrem selbst bezogen.
00:42:03: Also muss man ein bisschen Demut haben.
00:42:06: Ich meine, die wenigsten hier Leute vielleicht jene, die aus Ukraine geflüchtet sind oder aus anderen Krisenregionen wissen was ist dann in ein Konflikt-Region aufzuwachsen.
00:42:17: Was das bedeutet, dieses Gefühl der Angst... ...das Bild des Arts anderer Seite verurteilen und so weiter.
00:42:30: Das muss man nicht Leute, die aus der Region kommen oder an das Konfliktregion kommen nicht heilig sprechen.
00:42:40: Aber ich denke es ist gut erstmal wenn man in so einer Region nicht aufgewachsen ist nicht zu arrogant auftreten sondern wirklich versuchen zu schauen erst mal zu klären dass sie sich selbst klarzumachen.
00:42:58: Es geht nicht um mich sondern es geht um die menschen dort.
00:43:02: es geht nicht über die frage wie gut oder schlecht ich bin, sondern wenn ich schon das Positiv machen will, dann kann ich den Menschen vor Ort unterstützen.
00:43:13: Damit sie dann zufrieden kommen und deswegen denke ich also zu deiner Frage sehe ich auch so diese selbstbezogenen Aktivismus überall aber natürlich auch bei jungen Menschen.
00:43:29: Das sieht man in sozialen Medien die ganze Zeit posten, liken, sharen der aber dahinter eigentlich nicht viel steht.
00:43:38: Also jetzt pauschalisieren, es gibt natürlich die Ausnahmen.
00:43:42: Wir drehen uns schon die ganze Zeit um den Begriff Staatsreson.
00:43:45: Wie interpretierst du das?
00:43:46: Den Begriff und im Markt magst du dem Begriff?
00:43:50: Also einmal kann man auch... Ich habe einen sehr langen Kapitel darüber geschrieben, die Geschichte und was und ich denke, kann man das aber auch ziemlich für kurz machen.
00:44:00: also letztendlich Es ist nicht der Begriff, dass das Problem ist.
00:44:06: Das war übrigens der letzte Besuch von der Kanzlerin Merz in Israel als Bundeskanzlerin.
00:44:15: Hier sind die Starkzeilen.
00:44:17: Ja, Merz war im Besuch in Israel und er hat nicht einmal das Wort Staatsräson gesagt!
00:44:25: Und rief mich der Meinungsredakteur von der Süddeutsche Zeitung an und sah Herr Mendel, das ist doch eine ganz große Nachricht.
00:44:38: Kannst du uns einen Kommentar schreiben?
00:44:40: Ein Meinungsbeitrag analysieren was jetzt bedeutet für die deutsche israelische Beziehung?
00:44:45: ein Bundeskanzler war in seiner Antrittsbesuche in Israel unter Svortstaatsresson ist nicht einmal vorgefallen.
00:44:54: Dann habe ich gesagt, ok.
00:44:55: Ich schaue mir das an.
00:44:57: Ich lese seine Statements von März auf der Pressekonferenz und in Yad Vashem usw.
00:45:05: Und tatsächlich hat er es noch nicht gesagt.
00:45:08: Er hat gesagt, Wäsenskern – die Beziehung zu Israel gehören zu Wesenskernen der Bundesrepublik Deutschland!
00:45:19: Ich habe mir an dem Moment auch gedacht, ok, jenige, die Aufgabe haben, die Dolmetscher von Deutsch ins Hebräisch zu übersetzen Wäre ich in deren Stelle, würde ich ein anderes hebräischer Wort dafür vor Staatsreson oder Wesenskern finden?
00:45:35: Vermutlich fordert es das Gleiche hinaus.
00:45:39: Und wenn er dann bei der Staatsresonne noch Wesensskern, da hat's gesagt die deutsch-israelische Freundschaft aufgrund der Vergangenheit ist ganz wichtig.
00:45:51: Jetzt ist auch was komplett geändert.
00:45:54: also ich denke was ich darauf hinaus will.
00:45:56: das Problem ist nicht ein Wort Sondern das Problem ist das Konzept.
00:46:01: Und das Konzept ist, wir stehen hinter der israelische Regierung und ich bin der Letzte dafür plädiert die Geschichte sozusagen zu beseitigen oder der Teppich zu kehren und dass Tunas aus Deutschland und Israel ein Verhältnis haben genauso wie Deutschland und Nigeria oder weiß ich nicht Portorico oder Norwegen.
00:46:37: Natürlich, wenn wir wollen oder nicht Israel und Deutschland sind historisch in eine sehr verquerte Art und Weise verbunden.
00:46:51: ich weiß nicht es schwierig die Frage zu beantworten ob ohne den Holocaust wäre der Stadt Israel oder nicht.
00:47:00: jedenfalls große Teil der heutige Staatsbürgers Israel sind Nachkommen von Holocaust-Überlebenden.
00:47:12: Es gibt noch relativ viele Holocaustüberlebende dort leben und das prägt natürlich die Beziehung, kann man nicht tun als ob Israel ist genauso wie jedes andere Land zu Deutschland.
00:47:25: aber daraus die Folge zu nehmen und sagen ja dann stehen wir unter jeder israelischen Ministerpräsident ist, denke ich, ein falscher Rutschluss.
00:47:36: Also ich glaube in dieser Zeit wenn man so wie diese Staatsräson oder der Wesenskern oder Freundschaft bedeutet auf die Seite der israelische Opposition zu stehen, auf die seite der isrealischen Menschenrechtsorganisationen zu stellen das wäre eine Politik die zugute der menschen in Israel steht.
00:48:03: und in diese Kommentar, dass ich tatsächlich zu der Suddeutsche Zeitung geschrieben habe.
00:48:10: Ich habe gesagt es mir völlig egal ob er Wesensken oder Staatsräson gesagt hat aber doch ich sehe das ein verpasste Chance.
00:48:17: warum hat er sich mit dem Ministerpräsident Netanyahu getroffen?
00:48:24: Aber nicht!
00:48:26: Warum kannst du im März keine Zeit gefunden in seinem Terminkalender vor zwei Stunden getreffert und mit israelischen Menschenrechtsorganisationen?
00:48:37: Also das wäre viel wichtiger, als ob er der eine oder andere Begriff benutzt hat.
00:48:44: Unser Gespräch neigt sich so langsam den Ende entgegen.
00:48:48: Eine Frage habe ich aber noch weil du ja auch der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank bist Wie machen wir mit unserer Erinnerungskultur weiter?
00:48:57: So was sind die nächsten Schritte?
00:48:58: wie schafft man wieder mehr Begegnungsorte?
00:49:04: Gut große frage zu ende.
00:49:08: Ich würde aber nicht mit der Vergangenheit, sondern erst mal gegenwarten.
00:49:11: Mit der Binneperspektive anfangen und wir sind gerade so in einer Limbo-Zeit die erstmal zwei Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind.
00:49:23: hinter uns in einigen wenige Monate sind weitere zwei weitere Landtagswahlen.
00:49:31: Das sieht nicht so gut aus um das in Wimilie zu formulieren was die AfD angeht.
00:49:36: sie umfragen Rennen dort darauf ein, dass sogar vielleicht die AfD eine absolute Mehrheit in einen von diesen Landesparlamenten auch bekommt.
00:49:50: Und das ist auch ein Moment wo ich denke also da auch Institutionen wie die Bildungsstätte an der Franko oder die ganzen Eingrichtungen mit der Erinnerungskultur zu tun haben, haben auch eine Verantwortung.
00:50:09: Denn letztendlich das Problem mit der AfD ist sehr vielfältig.
00:50:14: Also es sind kulturelle Konzepte in ihr wirtschaftliche, menschenbild und so weiter.
00:50:22: aber auch die AfD verkörpert dass aus der Geschichte nicht gelernt zu haben also diese Absage als alles was im Bundesrepublik aus der Vergangenheit gelernt wurde wie sie dann auf neue setzen zum Startpunkt.
00:50:45: Ich will jetzt nicht so polemisch sagen, auf starten, neunzehntelne dreizehntig aber auf jeden Fall in eine ganz andere nationalistische Bewusstheit was auch die auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
00:51:00: und eine Frage die ich mir zunehmend stelle ist also ob es einen weiter so aus der Sicht der Gedenkstätte und Gedenkeinrichtungen ausreicht, also ob wir dann unsere Konzepte noch verändern müssen.
00:51:22: Ob es noch was braucht außer unserer Arbeit, wo wir dann junge Menschen aber auch natürlich nicht nur junge, weil die einige, die auf der Welle sind, sind Erwachsene... Wie erreichen wir sie?
00:51:38: Und was in unserer Arbeitsweise bisher vermutlich nicht gut funktioniert hat.
00:51:44: Welche Leute haben wir nicht erreicht?
00:51:46: Haben wir vielleicht zu sehr mit der hohen Zeigefinger gearbeitet, sollen wir neue Konzepte entwickeln die viel mehr auf Augenhöhe basieren?
00:51:57: Nicht moralisierend sondern die Leute so abholen wo sie sind, die sie ernster nehmen.
00:52:05: Vielleicht ich will jetzt nicht zu sehr ausführen aber Auch die Leute vielleicht brauchen in diesen Zeiten eine zusätzlich zu der Verantwortung und die dunkle Zeit, auch positive Momente in der Vergangenheit als Identifikationsmomente.
00:52:29: Die aber nicht solche, die AfD meinen sondern das wir malen mit der Demokratietradition zu tun, mit dem Erfolge der Migrationsgesellschaft.
00:52:40: Also das sind alle Gedanken, die mich wirklich in meinem Alltag beschäftigen und ich versuche sehr, das in Form von Konzepten und konkrete Projekte zu gießen.
00:52:54: Das ist eine einfache Grund, dass ich nicht in zehn Jahren meine Kinder erklären muss, warum wir nichts gemacht haben als es das passierte.
00:53:07: Sehr interessante Gedanken!
00:53:09: Punkt und Ansätze.
00:53:10: Und als erstes schicken wir dann unsere Hörerinnen und Hörern bei dir in der Bildungsstätte an der Frank vorbei.
00:53:16: Gerne!
00:53:17: Du darfst dir einen Musikwunsch äußern, du darfst ein Musikwünsch äußer nur ein Lied wünschen... Also da wir zu diesem Podcast viele junge Zuhörerin und Zuhören haben will ich sie die Gelegenheit nicht verpassen, ein altes Stück zu geben, die in meiner Kindheit war vermute ich unsere diejenige, die so in die neunziger oder zweitausend Jahre geboren sind noch nicht gehört.
00:53:45: Von einem großartigen Songwriter Künstler Lennard Korn ein kanadischer jüdische Songwriter und er hat ihn geschrieben und gesungen.
00:54:03: everybody knows
00:54:04: Ein sehr guter Musikwinch.
00:54:07: Ich kenne ihn auch, obwohl ich später geworden bin.
00:54:10: Und wir freuen uns, dass wir den jetzt hören.
00:54:12: Vielen Dank, dass du dabei warst!
00:54:13: Danke euch!
00:54:34: The rich get the rich, that's how it goes.
00:54:48: Everybody knows, everybody know Captain Lion.
00:54:57: Everybody got this broken feeling like their father or their dog just died.
00:55:06: Everybody talking to their pockets, everybody wants the box and chocolate and a long stem road.
00:55:25: Everybody knows, everybody discreet but there were so many people you just had to get out your clothe.
00:56:43: And everybody know, everybody know everybody know me too.
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